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Olnhausen feiert 600 jähriges Jubiläum Von Walter Schmid Über der kleinen Jagsttalgemeinde Olnhausen steht sie seit genau 600 Jahren. Die denkmalgeschützte Kirche als Wahrzeichen des Dorfes. An der talseitigen Wand des Gotteshauses entdeckt man ein halbverwittertes Steinmetzzeichen mit der Jahreszahl 1408. Wenn man das helle, lichtdurchflutete Kirchenschiff mit seinen 2 Mini-Emporen betritt, denkt man unwillkürlich daran, wie viele Menschen wohl in den wechselvollen Situationen ihres Lebens hier das Evangelium von Jesus Christus gehört haben - ihre Gebete, ihr Seufzen und ihr freier Dank gegen den Schöpfer, Erhalter und Erlöser. Man stellt sich unwillkürlich hinein in das Beten und Singen des Volkes Gottes und der Gemeinde Jesu Christi. Pfr. Fritz Hezinger, der die Gemeinde von Jagsthausen aus mitbetreut, ist es wichtig: "Eine Kirche kann man mit keinem anderen Wahrzeichen vergleichen - es ist ein heiliger Ort." Die Olnhäuser hegen und pflegen ihre Kirche. Und bei Mesner Klaus Willig ist es unüberhörbar. "Ich fühle mich richtig berufen, in meiner Kirche zu dienen. Obwohl ich freilich auch weiß, dass es nicht meine, sondern unser aller Kirche ist." Die ersten 150 Jahre wurde in ihr die katholische Messe zelebriert. Bei den Herrn von Berlichingen fand die Reformation allerdings großen Anklang. Sie schrieben an den württembergischen Reformator Johannes Brenz in Stuttgart: "man möge ihnen schicken einen Prediger, der dem Teufel einen starken Zahn ausbrechen könne." Es kam Pfr. Stendlin, der mit Erfolg den evangelischen Glauben predigte, sodass Berlingens Untertanen zum evang. Glauben übertraten. Die Vorsitzende des Kirchengemeinderats Brigitte Schmid zitiert aus der Dorfordnung von 1645, die durch Gebote und Verbote das dörfliche und kirchliche Leben regelte: z.B. dass alle Bürger die Pfarrer "mit gebührlicher Referenz ehren, keinesfalls heimlich noch öffentlich verachten." Ebenso wurde vom Pfarrer erwartet, "dass er sich leichtfertiger Handlungen enthalte und mit den Untertanen nicht ficht noch hadert." Bei Strafe war es verboten - "er sei jung oder alt, Mann oder Weib, ausländisch oder einheimisch - Gottes Wort und die hochwürdigen Sakramente zu schmähen." Wem solches zu Ohren kam musste beim Schultheißen Anzeige machen. Wer fluchte, zahlte 12 Schilling in die Kirchenkassen. Es galt als Befehl, jeden Sonntag in die Kirche zu gehen. "Das ist heute alles ganz anders" meint Brigitte Schmid. "Auch wenn die heutigen Gemeindeglieder nur spärlich in den Gottesdienst gehen. Die Hilfsbereitschaft im Ort ist großartig." Bei der letzten Renovierung im vergangenen Jahr wurden 20.000,- Euro aus dem Dorf gespendet. Und die ehrenamtlichen Leistungen waren überwältigend. Z.B. haben die Herren Karl Steeb, Herbert Kohlberger, Karl Bierbaum, Horst Lang, Karl Vielhauer und Klaus Willig zusammen im Eingangsbereich von Friedhof und Kirche neue Mauern gesetzt. Neuerdings auch eine passende Steintreppe zum Sakristeieingang. "Wenn Herz und Sachverstand und geschickte Hände zusammenkommen, wird etwas Gescheites", meint Brigitte Schmid. |
| Zurüch zur "Kirchengemeinde Olnhausen" |